Theater Neu-Ulm
KleinKunst auf GroßstadtNiveau - Epilog von Heinz Koch zu Goethes FaustI



Lustige Person:
Das also ist des Stückes Schluss?
Verzeiht mir, wenn ich darob lachen muss.
Da wünschte einer anfangs doch, der Menge zu behagen.
Bei diesem Ende wette ich, sie geht ihm an den Kragen.

Dichter:
Die Wette solltest Du verlieren
Die Menge wird das Stück goutieren.
Es bringt von allem doch genug,
den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug.
Zeigt ungebändigt jene Triebe:
das tiefe, schmerzenvolle Glück,
des Hasses Kraft, die Macht der Liebe.
All das erfährt das Publikum im Stück.
So ist es echt und bleibt der Nachwelt unverloren,
ist nicht allein dem Glanz des Augenblicks geboren.

Lustige Person:
O, reimt nur träumerisch in einem fort.
Ich wiederhol', was ich schon anfangs sagte:
Wenn alle von der Nachwelt reden,
Wer zum Teufel macht der Mitwelt Spaß?
Den will sie doch!
Ihr aber schließt das Schauspiel düster ab:
Die Grete „Ist gerettet" zwar, doch tot!
Den Sauhund Faust lässt Du ganz ungeschoren.
Der hätte doch die Höllenfahrt unzweifelhaft dreimal verdient.
Drum seid nur brav und zeigt Euch musterhaft,
schreibt für die nächsten Male ganz einfach einen neuen Schluss.

Dichter:
Ihr fühlet nicht, wie schlecht ein solches Handwerk sei,
wie wenig das dem echten Künstler zieme?

Lustige Person:
Mit wieviel Kunst ihr schreibt - das steht Euch frei.
Nur - dass die Kunst gefällig sei.

Mephisto:
(lässt die beiden zum Standbild erstarren, spricht zum Publikum)
Was wettet Ihr? Den (zeigt auf den Dichter) werd ich Euch verführen.
Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,
ihn meine Straße sacht zu führen.
Staub soll er fressen und mit Lust.
Ich wollt nicht mehr Mephisto sein,
würd er verschmäh'n, der Menge zu gefallen.
Ganz andre schwuren, ihre Kunst sei rein,
um dann fürs rote Gold Beliebiges zu lallen.
Ihr zweifelt? Pah! Das dauert gar nicht lange.
Mir ist für diese Wette gar nicht bange.
Ihr aber müsst Euch fragen, ob's nicht frommt,
wenn Fausten in die Hölle kommt.
Er kann das Ende neu erdichten
und Faust statt Margareten richten.
Ja und? Ja und?

(Geht teuflisch lachend ab, Licht geht langsam aus)


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Ein musikalisch-literarischer Abend mit Texten von Kurt Tucholsky und Liedern der Kriegsjahre (Zarah Leander, Marlene Dietrich, Kurt Weill usw.)
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Maria Gerter (Sopran),
Massimiliano Matesic (Klavier)

- und als Tucholsky-Rezitator
Heinz Koch (Theater Neu-Ulm)

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