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AuGuS-Theater Neu-Ulm

"Schixen in the City", Musical von Heinz Koch und Claudia Riese

Besetzung:

Claudia Riese

Clio

Wibke Richter

Conny

Isabel Gauß

Gundula

Elisabeth Hertel-Markstein / Margarete Lamprecht   

Monika

Heinz Koch

Harry Hoppensitz

Claudia Riese / Heinz Koch

Regie

Markus Romes

Musikalischer Leiter, Klavier, Marko



Publikums-Stimmen hier

Zum Stück:

Ein umhauender Cocktail aus bekannten Schlagern, unbekannten Couplets, Chansons, Volks- und anderen Liedern, aus Klatsch und Tratsch, Belanglosem, nicht immer Scharfsinnigem, aber meist recht Scharfzüngigem. Von "I can’t get no satisfaction" bis zu "Ich wollt, ich wär ein Huhn". Dazwischen: "Ich will keine Schokolade", "Laziest girl in Town", "Ich möchte am Montag mal Sonntag haben" oder "Schafft mir die Männer ran" und so was alles.

Hauptsächlich geht es nicht ums Thema Nummer 1, nein, nicht um Schuhe und Fummel. Also...da geht's auch drum; aber hauptsächlich geht's den "Schixen" um das Zweitwichtigste,  um die Beziehung...Wie könnte es anders sein, wenn drei "Bräute" (Frauen, Weiber, Schnecken...) zusammen mit der quirligen Juniorchefin auf einer Schönheitsfarm herumhexen. Ein wildes Quartett. Smalltalk beim Abendessen, Tratsch in der Kosmetik-Kabine, Intimes bei der Massage, Abstruses im Sauna-Ruheraum. Höhepunkt: der "Bunte Abend"



PREMIERE / "Schixen in the City" im Theater Neu-Ulm

Damen werden sie nie

Sanft prickelnder Entspannungstratsch von der Beautyfarm

Wellness ist angesagt. Auch im Theater. Das AuGuS-Theater Neu-Ulm verlegt sein neues Programm "Schixen in the City" in einen Badetempel. Dort
plätschert es bunt und munter vor sich hin. Mit Schlagern und Chansons
kommt ein unterhaltsames Frauenquartett zu Wort.

CHRISTINA MAYER

Frauen und Wellness. Man kennt das ja. Seite an Seite im Sprudelbad drängen Themen an die Wasseroberfläche, die sich dort ausbreiten wie Fettaugen auf der Suppe: Männer, Männer und alles was mit Männern zusammen hängt. "Drum schafft uns Männer ran", singt das Frauenquartett im neuen Kabarett-Programm "Schixen in the City" des Theaters Neu-Ulm. Doch diese begehrte Spezies ist ad hoc Mangelware. Zwei Exemplare treten auf, der Rest schwirrt als Sehnsuchts- und Problemprojektion durch die schwül-warme Badelandschaft.

Der eine (Heinz Koch) heißt als distinguierter Chef des Hauses die wellnesswütigen Damen willkommen und weist sie erst einmal in die Zimmer und in die Schranken. Denn selbstverständlich ist der hemmungslose Zugriff auf das Büffet verboten. Der andere Mann (Markus Romes) sitzt vornehmlich am Klavier und hält den flatterhaften Weiberhaufen musikalisch zusammen.>

Heinz Koch alias Harry Hoppensitz stellt dem Publikum zu Beginn des Stückes die neu angekommenen Ladies vor. Da ist Conny (Wibke Richter), das Girlie im pinkfarbenen Tupfenrock, die den Mann so oft wechselt, wie sie kann. Das behauptet sie jedenfalls im von Heinz Koch bearbeiteten Kreisler-Lied.

Daneben gibt Margarete Lamprecht als Monika die unglücklich Verhärmte. Zu hungrig für die Hungerdiät, singt sie den Knef-Song "Ich glaub ne Dame werd ich nie". Aber auch "So ein Mann, so ein Mann, zieht mich unwahrscheinlich an" von Milva. Die dritte in der flirtwilligen Zwangsgemeinschaft heißt Gundula (Isabel Gauß) und schmachtet sehnsuchtsvoll vor sich hin. Sich im Liegestuhl räkelnd wird es ihr ganz "Heiß" (Original von Nina Hagen). Ihr überhitztes Schumann-Lied wirkt zwischen den Schlagern und Chansons wie fehlgeleitet. Gesanglich selbst als Karikatur schwer zu ertragen. Auch Johann Sebastian Bachs "Air" hängt schwer in der Luft.

Für frischen Wind sorgt Claudia Riese als Clio, die als handfeste Karrierenudel durch die Kulissen rauscht. Ihre herzhaften Bissen aus abgeklärten Lebensweisheiten kontrastieren ganz apart mit den leeren Tellern der Diätwilligen. Mit ihrem "Satisfaction"-Song der Stones, den sie auf der Massagepritsche liegend herausquetscht, gibt sie eine gute Figur ab. Schauspielerisch können die drei anderen viel von ihr lernen, weil sie ihre Rolle konturenstark und lebendig ausfüllt.

Am besten und unterhaltsamsten ist die Truppe als Quartett. Dann kommt Schwung in die Bude und Schmalz in die Suppe. Weil das Auge mitisst, hat Claudia Riese ein ansprechendes Bühnenbild aus Farbstelen gebaut, vor dem die Sängerinnen im jeweils passenden Outfit agieren. Monika in Quietschgrün, Gundula in Sonnengelb und Clio knallrot.

Der zweite Teil des Programms ist unter der Regie von Heinz Koch als "bunter Abend" deklariert, in dem die Damen des Hauses verschiedene Programmeinlagen darbieten. Der Zuschauer wird jedoch den Verdacht nicht los, dass unter dem Sammelbegriff "bunt" auch alte Ideen gehandelt werden. Der Loriotsketch zum Beispiel. Richtig spritzig und mit ihren roten Kinnlappen wedelnd, gackert die Gesellschaft "Ich wollt ich wär ein Huhn". "Schixen in the City" ist trotz der Titelähnlichkeit kein "Sex in theCity". Eher ein harmloses Badevergnügen. Sanft prickelnder Entspannungstratsch ohne Tiefenwirkung.

Südwest Presse, Montag, 19. April 04


Gewieftes Wippen im Takt

Beim Theater Neu-Ulm hatte der kabarettistische "Schixen"-Schwank Premiere

...In der Regie von Heinz Koch ist eine auf prickelnden Kick und beste Laune abgestellte Revue entstanden... ...Grazil, biegsam und geschmeidig das Bewegungsrepertoire der Singenden, deren Extremitäten gewieft und synchron im Takt wippten. Das war gekonnt, je nach Temperament und Anlass auch stimmlich variabel... Die Premiere im recht gut besuchten Haus begleitete...ein stets zum Prasseln entschlossener Applaus
Ralf Heese, Neu-Ulmer Zeitung, Dienstag, 20. April 2004


Spielstätte: Silcherstraße 2 (Anfahrt)
Tel.: 0731 55 34 12
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